Aus- und Neubau sowie Elektrifizierung

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Aus- und Neubau sowie Elektrifizierung

Netzerweiterung: Wir bauen und elektrifizieren

Wir wollen mehr Verkehr auf die umweltfreundliche Schiene bringen. Dafür bauen wir unser Netz aus und elektrifizieren immer mehr Strecken. So schaffen wir die Voraussetzung zur Umsetzung des sogenannten „Deutschlandtakts“. Das Konzept verfolgt das Ziel, den gesamten Schienenverkehr optimal aufeinander abzustimmen.

  • 744 Gleiskilometer bis 2030

  • Über 200 Infrastrukturprojekte

  • Steigerung der Elektrifizierung

Die Ausgangssituation

Allein im Jahr 2022 flossen rund 9 Milliarden Euro von Bund, Bundesländern, Europäischer Union und Deutscher Bahn in das Schienennetz. Das reicht jedoch noch nicht aus. Seit der Bahnreform ist die Betriebsleistung in unserem Netz um 27 % gestiegen. Insbesondere auf den hochfrequentierten Strecken ist die Belastungsgrenze erreicht, das hat auch negative Auswirkungen auf die Pünktlichkeit. Daher werden wir digitalisieren und zentrale Streckenabschnitte zum Hochleistungsnetz ausbauen, um Taktung und Zuverlässigkeit zu erhöhen. Doch es braucht mehr: Durch Aus- und Neubau sowie Elektrifizierung schaffen wir weitere Kapazität im Schienennetz.

Was wir uns vorgenommen haben

Bis 2030 wollen wir 744 Gleiskilometer aus- und neubauen. Wir planen und bauen aktuell über 200 große Infrastrukturprojekte (Stand: Januar 2024). Gleichzeitig arbeiten wir an den zentralen Verkehrsknoten Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main und Stuttgart. Unser Ziel ist es, Städte öfter, schneller und besser miteinander zu verbinden. Dabei setzen wir auf mehr elektrisch betriebene Züge. Sie stoßen nicht nur weniger CO2 aus, sondern sind auch leistungsstärker und leiser als Züge, die mit Diesel oder alternativen Kraftstoffen betrieben werden. Davon profitieren Anwohnende und die Umwelt.

Der Anteil des elektrifizierten Streckennetzes beträgt aktuell 62 % und wird bis 2030 auf rund 65 % steigen. Gegenwärtig werden aber bereits gut 77 % der zurückgelegten Zugkilometer im Personen- und Güterverkehr elektrisch erbracht, da die elektrifizierten Strecken besonders stark befahren werden. Neben der reinen Elektrifizierung von Strecken ist der Ausbau alternativer Antriebstechnologien durch die Länder ein wichtiger Bestandteil, um diese Quote nachhaltig anzuheben. Die infrastrukturseitigen Voraussetzungen dafür schaffen wir in Übereinstimmung mit der Elektrifizierungsstrategie des Bundes.

Um mehr Verkehr von der Straße auf die klimafreundliche Schiene zu verlagern, schaffen wir darüber hinaus an vielen Stellen im Netz die Voraussetzungen für 740 Meter lange Güterzüge. Diese entsprechen der europäischen Standard-Zuglänge. Die Vorteile besonders langer Züge liegen auf der Hand: Der Transport wird günstiger, es müssen weniger Züge verkehren, die Streckenkapazität wird somit erhöht und das Klima wird geschont.

Bei unserem Infrastrukturausbau denken wir grenzübergreifend. Sechs der neun wesentlichen Verkehrskorridore des Transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-V) verlaufen durch Deutschland. Damit ist die die Bundesrepublik einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte Europas.

Erst der Fahrplan, dann die Infrastruktur

Infrastrukturausbau im Takt

Den Takt für den Infrastrukturausbau gibt das Konzept Deutschlandtakt vor. Bisher hat sich der Fahrplan der Infrastruktur angepasst. Mit dem Deutschlandtakt wird es umgekehrt. Er definiert die Anforderungen des Personen- und Güterverkehrs an den zukünftigen Infrastrukturausbau. Ziel ist es, dass sich im Personenverkehr die Züge in den großen Knotenpunkten jeweils zur vollen und zur halben Stunde treffen. Die Fahrtzeiten dazwischen verkürzen sich auf 30, 60 oder 90 Minuten. Für den Güterverkehr wird der Deutschlandtakt so geplant, dass sich Transportkapazität, Schnelligkeit und Flexibilität des Güterverkehrs auch zu attraktiven Fahrtzeiten steigern lassen. Intelligente Verkehrsplanung, Streckenausbau, digitale Stellwerkstechnik und ein europäisches Verkehrsleitsystem machen es möglich.

„Mehr Menschen und Güter für die klimaneutrale Bahn zu gewinnen, das heißt: Wir brauchen mehr Kapazität auf Strecken, in Bahnknoten und Bahnhöfen. Mit dem Deutschlandtakt haben wir einen klaren Ziel-Fahrplan. Dafür bauen wir das Bahnnetz aus.“

Ingrid Felipe, Vorständin Infrastrukturplanung und -projekte

Wie wir die Projekte auf den Weg bringen

Die Modernisierung des Schienennetzes gelingt nicht von heute auf morgen, sondern Schritt für Schritt. Denn der Ausbau erfordert erhebliche zusätzliche Investitionen und umfangreiche Planungs- und Genehmigungsverfahren. Damit das schneller geht, verschlankt die Bahn ihre internen Prozesse und die Bundesregierung vereinfacht die relevanten Gesetze. Zudem werden mehr Ressourcen benötigt – für Planung, Genehmigung, Bau und Abnahme.

Besonders wichtig ist uns kapazitätsschonendes und kundenfreundliches Bauen. Wir planen unsere Baumaßnahmen so, dass sie in zeitlich und geografisch gebündelter und sinnvoller Abfolge geschehen und kapazitätsoptimiert sind. Das bedeutet zum einen: Wir setzen zuerst dort an, wo die Nachfrage besonders hoch ist und heute Engpässe bestehen. Und das bedeutet zum anderen, dass wir das Gesamtsystem mit der Art und Weise, wie wir bauen, so wenig wie möglich belasten.

Im Dialog mit der Öffentlichkeit

Neben den Reisenden sind es die Menschen vor Ort, die mit unseren Infrastrukturprojekten in Berührung kommen. Dabei ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Öffentlichkeit transparent zu informieren und zu beteiligen. In zahlreichen Projekten gibt es Koordinierungskreise, Runde Tische oder regionale Arbeits- und Gesprächskreise. Darin sind Bürgerschaft, Verwaltung, Politik und Interessenverbände beteiligt.

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Über unsere großen Infrastrukturprojekte können sich Bürger:innen zudem auf dem Baulnfo-Portal jederzeit selbstständig informieren. Über eine Million Besucher benutzen jährlich das Angebot. Darüber hinaus gibt es zu den größten, mehr als 30 Infrastrukturprojekten eigene Internetseiten.

„Wir bauen auf die Unterstützung aller, die klimaneutral öfter, besser und schneller ans Ziel kommen wollen. Gemeinsam gestalten wir die Zukunft der Mobilität, das neue Netz für Deutschland.“

Ralf Thieme, Vorstand Personenbahnhöfe

Gemeinsam mehr Tempo aufnehmen für das Klima

Die Klimaschutzziele erfordern, das Schienennetz in einem höheren Tempo auszubauen als bislang. Bund, Bahnbranche und die Verbände der planenden und bauausführenden Unternehmen haben bereits einen umfassenden Ideenkatalog zur Beschleunigung von Bahn-Infrastrukturprojekten vorgelegt. In der „Zukunftsinitiative Bahnbau“ arbeiten wir zudem mit Partnern an Innovationen für eine schnellere und ressourcenschonende Umsetzung der Bauprojekte sowie an Vorschlägen für bessere Rahmenbedingungen.

Schon gewusst? So funktioniert der Infrastrukturausbau in Deutschland

Grundsätzlich steuert die Bundesregierung den Aus- und Neubau von Infrastruktur für alle Verkehrsträger über den Bundesverkehrswegeplan (BVWP). Er gilt für etwa 10 bis 15 Jahre und enthält Projekte, die auf Basis von Verkehrsprognosen bewertet und in Dringlichkeitsstufen eingeteilt werden. Experten prüfen sämtliche Vorhaben auf ihr Nutzen-Kosten-Verhältnis sowie die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und Städtebau. Die Ergebnisse im Bereich Eisenbahninfrastruktur fließen als Bedarfsplan in das Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSWAG) ein. Wenn nachgewiesen ist, dass der volkswirtschaftliche Nutzen größer ist als die Kosten, und die entsprechende Finanzierung vorhanden ist, gehen diese Projekte in die Umsetzung. Darüber hinaus fördert der Bund über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) anteilig auch Vorhaben der Länder für den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs.

Aktuelle und geplante Maßnahmen

Die folgende Karte zeigt die priorisierten Aus- und Neubaumaßnahmen gemäß „Masterplan Schienenverkehr“.

Die folgende Karte zeigt die wichtigsten Maßnahmen zur Elektrifizierung.

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