Stufenfreier Zugang zum Bahnsteig
Treppen und Stufen sind für Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Gehbehinderung, Familien mit Kleinkindern, Kinderwagen und/oder Gepäck sowie kleinwüchsige Menschen eine wesentliche Hürde. Stufenfreie Gehwege sind optimal. Da, wo der Zugang zu den Bahnsteigen durch Über- oder Unterführungen mit Treppen erfolgt, unterstützen Aufzüge oder lange Rampen die stufenfreie Zugänglichkeit.
Zurzeit sind 89 Prozent der Bahnsteige über stufenfreie Zugänge erreichbar. Damit gelangen rund 93 Prozent der Reisenden stufenlos zum Bahnsteig.
Bahnsteighöhen von mindestens 55 cm
Bahnsteighöhen von mindestens 55 cm Höhe sind Voraussetzung dafür, dass Reisende niveaugleich ein- und aussteigen können, wenn Züge mit dazu passender Einstiegshöhe an den Fahrzeugtüren eingesetzt werden. Das ist besonders wichtig für den leichten und schnellen Ein- und Ausstieg von Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Gehbehinderung, Familien mit Kleinkindern, Kinderwagen und/oder Gepäck sowie kleinwüchsige Menschen.
Wird ein Bahnsteig neu- oder umgebaut, wird die Bahnsteigzielhöhe nach dem Bahnsteighöhenkonzept der DB AG (siehe Ril 813 und Infrastrukturregister DB InfraGO AG (5)) festgelegt.
Aktuell haben 73 Prozent der Bahnsteige eine Höhe von mindestens 55 cm. Davon profitieren bereits 95 Prozent der Reisenden.
Zugzielanzeiger oder dynamische Schriftanzeiger (DSA)
Auf den Bahnsteigen zeigen Zugzielanzeiger oder sogenannte dynamische Schriftanzeiger wichtige und aktuelle Reisendeninformationen wie Abfahrtszeit oder Abweichungen in visueller Form an. Dies ist für alle Reisenden wichtig, besonders aber für Menschen mit Hörbehinderungen, gehörlose Menschen und Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit.
Nahezu alle Bahnsteige (99 Prozent) sind derzeit mit visuellen Anzeigen ausgestattet.
Akustische Durchsagen: Dynamische Schriftanzeiger mit Akustikmodul oder Lautsprecheranlagen
Neben der visuellen Anzeige informiert die DB Reisende am Bahnsteig auch mit akustischen Durchsagen. Dafür gibt es Lautsprecheranlagen oder Akustikmodule direkt an den dynamischen Schriftanzeigern. Lautsprecherdurchsagen sind insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen und auch für Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit sehr wichtig.
Nahezu alle Bahnsteige (99 Prozent) sind zurzeit mit akustischen Lautsprecheransagen ausgestattet.
Taktile Wegeleitung zum Bahnsteig
Taktile Leitsysteme helfen blinden und sehbehinderten Menschen, sich auf dem Weg zum Bahnsteig mittels des Tastsinnes zu orientieren. Dies gelingt zum Beispiel mit baulichen Leitelementen wie (Rasen-)Borden, Wänden oder Handläufen oder, ggf. ergänzend dazu, mit taktilen Bodenplatten mit einem ertastbaren Relief aus Rippen oder Noppen.
Taktile Wegeleitung gibt es zurzeit an 68 Prozent der Bahnsteige. 77 Prozent der Reisenden profitieren davon.
Taktiler Blindenleitstreifen auf dem Bahnsteig
Bei Neubau oder Modernisierung eines Bahnsteigs gehört die Installation eines taktilen Blindenleitstreifens dazu, mit dem sich blinde und sehbehinderte Menschen im sicheren Abstand zum Gleis orientieren können.
Auf 68 Prozent der Bahnsteige sind taktile Blindenleitstreifen in die Bahnsteigoberfläche integriert. Davon profitieren bereits 81 Prozent der Reisenden.
Kontrastreiche Markierung von Treppenstufen
Gut erkennbare Markierungen der Stufenkanten mit einem hohem hell-dunkel-Kontrast sind besonders für sehbehinderte Menschen wesentlich, um Treppen einfach nutzen zu können. Sie sollen mindestens an der ersten und letzten Stufe eines Treppenlaufes angebracht sein.
An 98 Prozent der Bahnsteige, zu denen Treppen führen, sind die Treppenstufen zurzeit entsprechend markiert.
Taktile Handlaufschilder an Handläufen von Treppen oder Rampen
Taktile Handlaufschilder an Treppen oder Rampen, die zu Bahnsteigen führen, geben Auskunft über Richtungs- und Gleisinformationen. Dies erfolgt über die les- und ertastbare Prismenschrift für sehbehinderte und blinde Menschen sowie über die Brailleschrift für geschulte blinde Menschen.
Aktuell sind an 80 Prozent der Bahnsteige mit Treppen- oder Rampenzugängen taktile Handlaufschilder angebracht. Dieses Merkmal steht 88 Prozent der Reisenden zur Verfügung.
Kontrastreiche Wegeleitung/Beschilderung
Für eine sichere und schnelle Orientierung am Bahnhof ist eine gut erkennbare Beschilderung mit weißer oder gelber Schrift auf nachtblauem Untergrund besonders für sehbehinderte Reisende, aber auch für Menschen mit Hörbehinderungen, gehörlose Menschen und Menschen mit eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit wichtig.
97 Prozent der Bahnsteige sind zurzeit mit kontrastreicher und gut erkennbarer Wegeleitung ausgerüstet.
Automatik- oder Flügeltüren zum Empfangsgebäude als Zugang zum Bahnsteig
Für den barrierefreien Zugang von Bahnhofsgebäuden als Zugang zum Bahnsteig ist es wichtig, dass Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Gehbehinderung, aber auch blinde Menschen Automatiktüren oder manuell leicht zu öffnende Flügeltüren nutzen können.
Die Datenerfassung zur Ausstattung wurde 2025 finalisiert und wird momentan bewertet.
Niveaugleicher Fahrzeugeinstieg oder Einstiegshilfe
Zur weitreichenden Barrierefreiheit gehört auch, dass Reisende in den Zug niveaugleich, d. h. ohne Einstiegshilfe, ein- und aussteigen können. Sofern dies nicht möglich ist, kommen als Einstiegshilfen sogenannte bahnsteig- oder fahrzeuggebundene mobile Rampen zum Einsatz. Alternativ unterstützt das Betriebspersonal mit mobilen Hubliften, damit die Reisenden ohne Stufen oder Zwischenräume ein- oder aussteigen können.
Insbesondere Rollstuhlfahrer:innen und Menschen mit Gehbehinderung, Familien mit Kleinkindern, Kinderwagen und/oder Gepäck sowie kleinwüchsige Menschen sind auf diese Angebote angewiesen.
Konkrete Aussagen zum Kriterium „Niveaugleicher Fahrzeugeinstieg oder Einstiegshilfe“ können derzeit nicht gegeben werden, da bei den über 100 Eisenbahnverkehrsunternehmen in Deutschland und für deren Fahrzeuge noch keine ausreichenden Daten zum niveaugleichen Einstieg bzw. zum Einsatz der Einstiegshilfen mit Bezug zur Bahnsteigkante der Haltebahnsteige vorliegen.