Energiemanagement von Personenbahnhöfen

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Das Ressort Personenbahnhöfe der DB InfraGO AG betreibt ein zertifiziertes Energiemanagementsystem (EnMS) an allen rund 5.400 Bahnhöfen.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Energieressourcen kann zur Verringerung energiebedingter Treibhausgasemissionen beitragen und die Erreichung von Klimaschutzzielen unterstützen. Neben ökologischen Aspekten spielen auch wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle. Die Energiekosten stellen in vielen Unternehmen einen relevanten Kostenfaktor dar. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Verbesserung der Energieeffizienz zunehmend an Bedeutung.

Seit Ende 2016 ist das EnMS der DB InfraGO AG, Personenbahnhöfe, gemäß DIN EN ISO 50001 extern zertifiziert. Die internationale Norm DIN EN ISO 50001 legt Anforderungen zur Einführung, Verwirklichung, Aufrechterhaltung und fortlaufenden Verbesserung eines Energiemanagementsystems fest. Mit der Energiepolitik der DB InfraGO AG, Personenbahnhöfe, werden die grundlegenden Leitlinien für den Umgang mit Energie im Ressort festgelegt.

Energiepolitik der DB InfraGO AG

Die DB InfraGO AG betreibt Schienen- und Bahnhofsinfrastruktur in Deutschland. Wir schaffen eine stabile und zukunftsfähige Infrastruktur und attraktive Bahnhöfe. Wir leisten einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und zur Energieeffizienz der Deutschen Bahn. Ressourceneffizienz und Nachhaltigkeit, die Einhaltung rechtlicher Anforderungen sowie die energieeffiziente Bewirtschaftung und Weiterentwicklung zur Klimaneutralität bis 2040 sind dabei unsere Grundsätze.

Die Unternehmensleitung verpflichtet sich und alle Mitarbeiter:innen der DB InfraGO AG, die oben genannten Handlungsfelder und die jeweiligen Umsetzungsziele zu kennen und zu unterstützen.

Mit dem Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 führen wir den bereits eingeschlagenen Weg zur Verbesserung unserer Energieeffizienz konsequent fort. Aus diesem Grund verpflichtet die Unternehmensleitung sich und alle Mitarbeiter:innen, die im Managementsystem festgelegte Aufbau- und Ablauforganisation aktiv anzuwenden und fortlaufend zu verbessern, indem

  • durch systematische Analyse unseres Energieverbrauchs und durch Entwicklung und Umsetzung von technischen und organisatorischen Konzepten zur Energieeinsparung unsere energiebezogene Leistung, insbesondere der Endenergieverbrauch, fortlaufend verbessert wird,
  • die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern durch den Einsatz erneuerbarer Energien sukzessive verringert wird und wir energieeffiziente Produkte und Leistungen beziehen,
  • die Reduzierung der absoluten Treibhausgas-Emissionen mit geeigneten Maßnahmen vorangetrieben wird,
  • das bestehende Kennzahlen- und Monitoringsystem fortlaufend auf Wirksamkeit und Optimierungspotenziale geprüft und verbessert wird,
  • die Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten im Energiemanagementsystem zielführend geteilt werden,
  • neue Bahninfrastruktur und Anlagentechnik über den Lebenszyklus unter Energieeffizienz- und Klimaschutzkriterien geplant, beschafft und betrieben werden,
  • laufend Programme und Projekte zur Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen durchgeführt und auf ihre Wirksamkeit geprüft werden,
  • Mitarbeiter:innen kontinuierlich über energiebewusstes Verhalten sowie den Stand des Energiemanagementsystems informiert werden und aktiv Anregungen einbringen können,
  • Ressourcen und Informationen zur Erreichung der strategischen und operativen Ziele bereitgestellt werden.
Ende des Expander-Inhaltes

Im Jahr 2025 entfallen rund 60 Prozent des Energieverbrauchs auf Strom. Weitere rund 40 Prozent entfallen auf Fernwärme, Erdgas, Heizöl und Fernkälte. Die Beleuchtungsanlagen der Verkehrsstationen verursachen etwa 30 Prozent des Stromverbrauchs und sind dadurch ein wesentlicher Einsatzbereich für die Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen.

Im Rahmen des Energiemanagementsystems werden unter anderem energetische Inspektionen, Optimierungen von Beleuchtungsanlagen, Dämmmaßnahmen an Gebäuden und Rohrleitungen sowie der Austausch veralteter Heizkesselanlagen durchgeführt. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch ein kontinuierliches Energiemonitoring, um Energieverbrauchsabweichungen frühzeitig zu erkennen, Optimierungspotenziale zu identifizieren und umzusetzen.

Das Ziel, den Primärenergieverbrauch gegenüber dem Basisjahr 2017 bis zum Jahr 2030 um 15 Prozent zu reduzieren, wurde bereits Ende des Jahres 2022 erreicht. Aufbauend auf diesem Ergebnis verfolgt das Ressort das Ziel, den Endenergieverbrauch der Personenbahnhöfe bis 2040 fortlaufend weiter zu reduzieren.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Energiemanagementsystems ist die fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung durch die Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen. Zusätzlich unterstützen interne Regelwerke und Beschaffungsprozesse die systematische Berücksichtigung von Energieeffizienzaspekten bei Neubau-, Umbau- und Renovierungsvorhaben.

Bei der Auswahl von Beleuchtungssystemen werden Energieeffizienzanforderungen berücksichtigt. LED-Technologien können gegenüber konventionellen Beleuchtungssystemen zu einer Verbesserung der Energieeffizienz beitragen. Im Rahmen von Umbaumaßnahmen von Bahnhöfen werden LED-Applikationen unter Berücksichtigung der technischen, betrieblichen und wirtschaftlichen Anforderungen bevorzugt eingesetzt.

Optimierung von Beleuchtungsanlagen am Beispiel Gießen

An den Bahnsteigen des Bahnhofs Gießen wurde die Beleuchtung auf LED-Applikationen umgerüstet. Insgesamt wurden 325 Leuchtstoffröhren sowie 110 Mastleuchten ausgetauscht. Durch die Umrüstung werden jährlich rund 83.000 Kilowattstunden Strom sowie rund 45 Tonnen CO₂ eingespart.

Gegenüber den bisher eingesetzten Leuchtstoffröhren weisen die LED-Applikationen einen geringeren Energieverbrauch sowie eine längere Lebensdauer auf. Zudem können Wartungsaufwände reduziert werden.

Nach mehreren Testphasen konnte die bei direkter Beleuchtung auftretende Blendwirkung, insbesondere für sehbeeinträchtigte Personen, reduziert werden.

Bahnsteige Gießen vor der LED-Umrüstung
Bahnsteige Gießen vor der LED-Umrüstung
Quelle: Deutsche Bahn AG
Bahnsteige Gießen vor der LED-Umrüstung

 

Bahnsteige Gießen nach der LED-Umrüstung
Bahnsteige Gießen nach der LED-Umrüstung
Quelle: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
Bahnsteige Gießen nach der LED-Umrüstung

 

Ende des Expander-Inhaltes
Optimierung von Beleuchtungsanlagen am Beispiel Wiesbaden Ost

Auch am Bahnhof Wiesbaden Ost wurde die Beleuchtung der Verkehrsstation auf LED-Applikationen umgerüstet. Insgesamt wurden 58 Mastleuchten und 71 Leuchtstoffröhren ausgetauscht. Dabei werden rund 25.500 Kilowattstunden Strom pro Jahr und 8 Tonnen CO₂ pro Jahr eingespart.

Bahnsteige Wiesbaden Ost vor der LED-Umrüstung
Bahnsteige Wiesbaden Ost vor der LED-Umrüstung
Quelle: Deutsche Bahn AG
Bahnsteige Wiesbaden Ost vor der LED-Umrüstung

 

Bahnsteige Wiesbaden Ost nach der LED-Umrüstung
Bahnsteige Wiesbaden Ost nach der LED-Umrüstung
Quelle: Deutsche Bahn AG / Christian Bedeschinski
Bahnsteige Wiesbaden Ost nach der LED-Umrüstung

 

Ende des Expander-Inhaltes

Die dargestellten Maßnahmen des EnMS tragen dazu bei, Energieverbräuche zu reduzieren und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen zu verringern. Das EnMS basiert auf der fortlaufenden Verbesserung energierelevanter Prozesse, einer offenen Fehlerkultur sowie einer langfristigen strategischen Ausrichtung.

Die Reduzierung des Energieverbrauchs ist ein wichtiger Bestandteil von Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Verringerung energiebedingter Treibhausgasemissionen.

Hinweis: Alle Angaben basieren auf den im Energiemanagementsystem der DB InfraGO AG, Personenbahnhöfe, erhobenen Daten, internen Auswertungen sowie den zum Veröffentlichungszeitpunkt gültigen Berechnungsmethoden und Zielsystemen. Soweit nicht anders angegeben, beziehen sich Aussagen zu Energieeinsparungen und Emissionsminderungen auf die im Energiemanagementsystem dokumentierten Maßnahmen und Ergebnisse. Letzte Textaktualisierung erfolgte KI-unterstützt im September 2026.

Blick auf das sanierte Empfangsgebäude des Hildesheimer Hauptbahnhofs bei Nacht
Das sanierte Empfangsgebäude am Hbf Hildesheim, Sept. 2016