18.5.2026
Digitalisierungsforum 2026: aktuelle Einblicke und intensiver Dialog mit der Bahnbranche
Nach erfolgreichen Veranstaltungen in den Jahren 2024 und 2025 setzte DB InfraGO das Digitalisierungsforum auch 2026 fort und begrüßte am 12. Mai 2026 knapp 170 Vertreter:innen aus dem Eisenbahnsektor. Im Mittelpunkt stand erneut der offene Austausch zu aktuellen Digitalisierungsthemen und konkreten Lösungen.
Im folgenden Videointerview gibt Robert Arnhold, Leiter IT und Digitalisierung, Einblicke in das diesjährige Digitalisierungsforum. Referent:innen der Marktstände zu den Themen „KI-Chatbot“ und „TAF/TAP TSI im Betrieb“ sowie zum Vortragsthema „InfraSpace“ teilen ihre wichtigsten Erkenntnisse des Tages und wie sie den Austausch mit den Vertreter:innen der Branche empfunden haben.
Ende des oberhalb befindlichen Videos
Strategische Keynote setzt den Rahmen der Veranstaltung
Den Auftakt bildete die Keynote Digitalisierung@InfraGO von Robert Arnhold (CIO/CDO DB InfraGO). Diese spannte den strategischen Rahmen und legte den Fokus auf die konsequente Digitalisierung unserer Prozesse. Die Top-Handlungsfelder bilden dabei „Durchgehend digitale Infrastrukturprojekte“, „Intelligentes Fahrplan- und Kapazitätsmanagement“, „Leistungsoptimierter Betrieb und Zugverkehrssteuerung“, „Digitalisierung und prädiktive Instandhaltung“ und „Digitaler Bahnhof und Reisendeninformation“. Im Rahmen des Forums standen drei der Handlungsfelder besonders im Fokus, mit den konkreten Digitalisierungslösungen entlang der Schnittstellen zu unseren Kund:innen und Partner:innen.
"Wir waren wie immer in einem wirklich guten, auch kritischen Dialog, was die Anforderungen betrifft, die Kunden an uns haben"
Spannende Vorträge und praxisnahe Marktstände zu zentralen Digitalisierungslösungen und deren Weiterentwicklung
Vor diesem Hintergrund nahmen datengetriebene Ansätze und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz einen wichtigen Platz im Programm ein. Am Marktstand Digitalisierung mit Daten und KI wurde deutlich, dass generative KI längst mehr ist als ein Trendthema. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele zeigte sich, wie sie zunehmend als Hebel für Automatisierung, Effizienz und Qualitätssteigerung wirkt – sowohl in administrativen Tätigkeiten als auch in operativen Kontexten bis hin zur Baustelle. Ergänzend dazu zeigte das KI-Chatbot-Projekt seinen Prototyp, der den Support bei Fragen zu Systemen, Zugängen und Prozessen unterstützen soll. Dieser konnte vor Ort getestet werden, und das Feedback der Teilnehmenden fließt direkt in die Weiterentwicklung ein.
Einen weiteren Akzent im Bereich Daten setzte ein Vortrag zum Förderprojekt InfraSpace, das einen sicheren Datenraum für eine digitale Eisenbahn entwickelt. Ziel ist es, relevante Daten für den Eisenbahnbetrieb zusammenzuführen, qualitativ abzusichern und standardisiert nutzbar zu machen. Neben der DB InfraGO AG sollen künftig auch EVU ihre eigenen Daten unter Wahrung der Datensouveränität einbringen können.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf digitalen Lösungen, die den operativen Bahnbetrieb und die Planung unmittelbar unterstützen. Vorgestellt wurden unter anderem der Digitale Befehl mit Einblicken in die Erkenntnisse aus dem Pilotbetrieb sowie dem Ausblick auf den bundesweiten Regelbetrieb ab Dezember 2026. Mit pathOS, dem neuen TAF/TAP‑konformen Trassenbestellsystem, wurde ein weiteres zentrales System thematisiert, das seit dem ersten Quartal 2026 live ist und nach der ersten Bestellphase nun vor den nächsten Entwicklungsschritten steht. Auch die Digitale BauFahrplananordnung (BauFplo) war ein wichtiges Thema: Sie soll im Laufe des Jahres 2026 die betriebliche Trassensichtweise für die Durchführung ermöglichen. Ebenfalls mit einem Vortrag vertreten war die Zentrale Anlaufstelle Betrieb (ZAB), die sich im Testbetrieb befindet und Mitarbeitenden im Bahnbetrieb eine zentrale, digitale Möglichkeit zur strukturierten Meldung von Mängeln und Auffälligkeiten bietet. Präsentiert wurden erste Erkenntnisse, dass dadurch Erfassung, Weiterleitung und Bearbeitung spürbar effizienter werden.
Am Marktstand zur virtuellen Leitstelle erfuhren die Teilnehmenden, wie die Leitstellen von DB InfraGO und den EVU durch einen gemeinsamen Überblick über Ansprechpartner sowie abgestellte oder zurückgestaute Züge und Wagen besser unterstützt werden können. Im Rahmen des Vortrags WIFI@DB als Baustein für die Digitalisierung wurde neben dem Nutzen für Reisende, etwa zur Bereitstellung von Informationen entlang der Reisekette, das WLAN als Plattform für weitere Digitalisierungsprojekte vorgestellt – insbesondere auch für Anwendungen im B2B‑Umfeld.
Darüber hinaus standen weitere Themen rund um Baukoordination, Datenprodukte und offene Standards im Fokus. Mit der KOMBau wurde die Inbetriebnahme für die unterjährige Bauplanung sowie neue Konsultationsprozesse vorgestellt. Große Aufmerksamkeit erhielten auch die Weiterentwicklungen der Datenprodukte in IPID, darunter Erweiterungen des ISR Data Service sowie neue DB Navidaten. Die OpenStation API gab einen aktuellen Einblick auf dem Weg zu einer standardisierten, branchenweit nutzbaren Datenbasis für Bahnhofs‑ und Haltestelleninfrastruktur. Weitere Marktstände befassten sich mit der Reisendeninformation oder teilten erste Erfahrungen und diskutierten zur TAF/TAP TSI im Betrieb. Mit DB Xtra wurde ein brandneues zentrales Tool für Zusatz‑ und Nebenleistungen der DB InfraGO vorgestellt. Und natürlich fehlten auch die Kolleg:innen der #Einfachbahn nicht. Sie stellten aktuelle Relaunches und neue Inbetriebnahmen vor.
„Digitalisierung braucht einen echten Dialog und ehrliches Feedback - auch kritisch. Die Realität: Nicht alles funktioniert schon so, wie wir es uns vorstellen. Aber wir gehen es an. Und wir hören zu.“
Wie in den Vorjahren war das Digitalisierungsforum keine Informationseinbahnstraße, sondern bot Raum für intensiven Dialog. An den Marktständen entstanden zahlreiche fachliche Gespräche, Feedback wurde direkt aufgenommen und Anforderungen konnten unmittelbar adressiert werden. Dieser offene Austausch auf Augenhöhe machte auch 2026 den besonderen Mehrwert der Veranstaltung aus und unterstreicht die Rolle des Digitalisierungsforums als zentrale Plattform für die digitale Weiterentwicklung der Eisenbahninfrastruktur.
Gezeigte Präsentationen können auf der Eventwebseite eingesehen werden.