Digitalisierung der Infrastruktur: DB InfraGO und BMV (Bundesministerium für Verkehr) diskutieren mit Branchenvertretungen zur gemeinsamen Strategie

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19.10.2026

Digitalisierung der Infrastruktur:DB InfraGO und BMV diskutieren mit Branchenvertretungen zur gemeinsamen Strategie

Welche Rolle kann Digitalisierung bei der Weiterentwicklung des Bahnbetriebs spielen? Vertreter:innen des Bundesministeriums für Verkehr (BMV), der DB InfraGO sowie von Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und Verbänden haben dazu die nächsten Schritte beraten. Im Fokus stehen eine abgestimmte ETCS-Migration (European Train Control System), moderne Stellwerke, Telekommunikation am Gleis und digitale Lösungen für betriebliche Abläufe.

Die Digitalisierung der Eisenbahninfrastruktur ist ein zentraler Hebel für die Weiterentwicklung des Bahnbetriebs. Sie kann dazu beitragen, technische Systeme und betriebliche Prozesse stärker zu verknüpfen und den Umgang mit Störungen zu unterstützen. Vor diesem Hintergrund haben Vertreter:innen des BMV, der DB InfraGO und der Branche den aktuellen Stand der neuen Digitalisierungsstrategie diskutiert.

Branchentermin Digitalisierung 2026

Mit der „Agenda für zufriedene Kunden auf der Schiene“ hat das BMV die DB InfraGO beauftragt, bis Ende 2026 eine übergreifende Digitalisierungsstrategie für die Eisenbahninfrastruktur zu erarbeiten. Sie soll Investitionen und technische Vorhaben stärker aufeinander abstimmen und einen gemeinsamen Rahmen für die Umsetzung schaffen. Die dafür notwendigen Rahmenbedingungen wurden in den vergangenen Monaten in engem Austausch entwickelt. Die Impulse aus dem Branchendialog fließen nun in die weitere Ausarbeitung ein. Über die Strategie will das BMV im Jahr 2027 entscheiden.

Digitalisierung im Gesamtsystem

Digitalisierung wird im Zusammenspiel von Technik, Fahrzeugen, Prozessen und Rahmenbedingungen betrachtet. Eine entsprechend ausgerichtete Infrastruktur und ausgerüstete Fahrzeuge sind dabei ebenso relevant wie abgestimmte Prozesse sowie finanzielle und regulatorische Rahmenbedingungen für die Umsetzung.

Dazu zählen unter anderem die künftige Leistungsvereinbarung für die DB InfraGO sowie die europäischen Anforderungen zur Ausrüstung mit dem Zugbeeinflussungssystem ETCS. Sie bilden wichtige Bezugspunkte für Investitionsentscheidungen und die Abstimmung des weiteren Ausbaus. Im Zentrum der Diskussion standen vier wesentliche Bausteine der künftigen Strategie:

  • ETCS-Migration weiter voranbringen

    Ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Digitalisierungsstrategie ist der weitere ETCS-Ausbau. Diskutiert wurde, unter welchen Rahmenbedingungen und Prioritäten zukünftig weitere Strecken schrittweise mit ETCS ausgerüstet werden können. Dabei war insbesondere die Rolle der ERTMS-Koordinierungsstelle und die Koordination der notwendigen Fahrzeugausrüstung Teil der Diskussionen.

  • Telekommunikation als technische Grundlage

    Eine sichere und leistungsfähige Telekommunikationsinfrastruktur ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die fortschreitende Digitalisierung der Infrastruktur. Damit einher gehen eine Erhöhung der Zuverlässigkeit und des Kundennutzens durch neue digitale Anwendungen. Vorgestellt und diskutiert wurden in der Runde der aktuelle Sachstand zum kommenden Ausbau von FRMCS (Future Railway Mobile Communication) und 5G am Gleis.

  • Moderne Stellwerke als technische Grundlage

    Moderne, ETCS-fähige Stellwerke sollen eine einheitlichere Steuerung unterstützen und bilden die Basis, um die Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik (LST) schneller voranzubringen. Gleichzeitig löst sie die heute noch heterogene und überalterte Technik ab und trägt damit direkt zu einer zuverlässigeren Technik bei. Bis 2030 plant die DB InfraGO die Errichtung weiterer 200 moderner Stellwerke. 

  • Digitale Lösungen für den Infrastrukturbetrieb

    Digitale Lösungen unterstützen den laufenden Betrieb und entlasten Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) spürbar. So optimieren etwa der Digitale Befehl und der Einsatz künstlicher Intelligenz in der Disposition die Prozesse und entlasten damit die EVU.

Die Digitalisierung der Eisenbahn ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Digitalisierung ist ein zentraler Hebel für mehr Stabilität und Qualität im System Bahn. Der Termin hat bestätigt, dass der weitere Weg nur gemeinsam gelingen kann. Die Strategie verbindet deshalb ambitionierte Zielbilder mit realistischen Prioritäten und richtet den weiteren Ausbau an den verfügbaren Mitteln, den vorhandenen Kapazitäten und der Stabilität des laufenden Bahnbetriebs aus. Die Rückmeldungen aus dem Branchendialog fließen nun in die weitere Ausgestaltung des Strategieentwurfs ein.