InfraGO-Zustandsbericht Netz & Personenbahnhöfe 2025

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Zum fünften Mal für das Schienennetz und zum dritten Mal für die Bahnhöfe legen wir für das Jahr 2025 eine umfassende Bestandsaufnahme zum aktuellen Anlagenzustand vor. Dafür wurden rund 291.000 Infrastrukturanlagen aus dem Schienennetz und 90.000 Anlagen der Bahnhöfe mittels einer Notenlogik bewertet. Die Daten bilden den Zustand der Anlagen ab. Ziel ist es, daraus den zustandsbasierten Bedarf für Ersatzinvestitionen und Instandhaltung abzuleiten.

Der Zustandsbericht 2025 weist für das Schienennetz insgesamt eine gegenüber dem Vorjahr konstant gebliebene Zustandsnote von 3,00 aus. Der noch in den Berichten 2022 und 2023 festgestellte Abwärtstrend konnte - wie auch nach der Analyse für 2024 – erneut gebrochen werden. Der Zustand vieler Anlagen ist jedoch nach wie vor schlecht und der Erneuerungsbedarf weiterhin hoch.

Infrastruktur-Zustandsbericht Schienennetz
Infrastruktur-Zustandsbericht Schienennetz
Quelle: DB AG

Wir haben auch im vergangenen Jahr auf hohem Niveau in die Erneuerung und Instandhaltung investiert. Rund 1.900 Kilometer Gleise (2024: rund 2.000 km) und 1.900 Weichen (2024: rund 1.800) wurden im Oberbau erneuert. Zur Bilanz zählen 103 Brückenbauwerke, rund 3.700 Stelleinheiten in der Leit- und Sicherungstechnik und Modernisierungsarbeiten an 950 Bahnhöfen, darunter 124 nach einem ganzheitlichen Standard. 

Das hat dazu beigetragen, dass 2025 rund 58 Prozent des bewerteten Anlagenbestands mit 1 und 2 als „neuwertig und gut“ benotet werden konnte. 2024 lag dieser Wert bei 49 Prozent. Bei den Gleisen verringerte sich der Anteil um knapp vier Prozentpunkte gegenüber Vorjahr. Den niedrigsten Anteil an 1 und 2 haben mit etwa 10 Prozent weiterhin die Stellwerke; bei der Oberleitung stieg der Wert um 6 Prozentpunkte gegenüber Vorjahr.  

26 Prozent des bewerteten Anlagenbestands tragen das Prädikat „mittelmäßig“ und gelten als instandsetzungsbedürftig. 16 Prozent sind „schlecht“ und „mangelhaft“ und müssen erneuert bzw. dringend erneuert werden.  

2025 hat sich der Zustand des Oberbaus (Gleise und Weichen) mit 3,02 leicht verschlechtert. Weichen bleiben mit 3,06 in etwa auf dem Niveau von 2024 (3,05). 2023 waren diese Anlagen mit 3,10 bewertet worden. Wie bei allen anderen Anlagen spielen das Alter, aber auch Stör- und Befundmeldungen sowie weitere Faktoren bei der Bewertung eine Rolle.

Die Zustandsnote der Gleise verschlechtert sich gegenüber Vorjahr von 2,91 auf 3,00. Die Zustandsverschlechterung resultiert unter anderem aus einem Anstieg von Störmeldungen, Langsamfahrstellen und Befundmeldungen zum Verschleiß. 

Insgesamt werden die hochbelasteten Streckenabschnitte im Hochleistungsnetz, die mit über 9.000 Kilometern etwa ein Viertel des Gesamtnetzes umfassen, mit der Note 3,04 bewertet. Insbesondere die pünktlichkeitsrelevanten Anlagen wie Gleise, Weichen, Stellwerke und Bahnübergänge weisen auf den am stärksten frequentierten Strecken unterdurchschnittliche Zustandsnoten auf. Der Grund: Sie sind einer hohen Belastung ausgesetzt, die zu schnellerem Verschleiß und einer kürzeren technischen Nutzungsdauer führt. Das rund 24.000 Streckenkilometer umfassende Flächennetz schneidet mit Note 2,96 besser und damit auf dem Niveau von 2024 ab.

Trotz Fortschritten in einigen Bereichen besteht weiterhin dringender Handlungsbedarf bei der Modernisierung des Anlagenbestands. Am schlechtesten bewertet wird – wie in den Vorjahren – die Leit- und Sicherungstechnik, bestehend aus Stellwerken und Bahnübergängen. Stellwerke erreichen nur die Note 4,02. Damit hat sich die Note gegenüber 4,12 im Vorjahr zwar verbessert, jedes zweite ist weiterhin erneuerungsbedürftig. Die Zustandsnote der Bahnübergänge hat sich verschlechtert: von 3,58 im Jahr 2024 auf 3,65. 

Verbessert hat sich gegenüber Vorjahr die Zustandsnote der Brücken: von 2,78 auf 2,64.  Brücken machen mit einem Wiederbeschaffungswert von 337 Milliarden Euro etwa 51 Prozent des bewerteten Portfolios im unseren Schienennetz aus. 

Infrastruktur-Zustandsbericht
Infrastruktur-Zustandsbericht
Quelle: DB AG

Die Zustandsnote der Bahnhöfe hat sich im Vergleich zu 2024 von 3,03 auf 2,96 verbessert. Zu dieser Entwicklung hat eine Vielzahl von Investitionsprogrammen beigetragen. So haben wir umfangreiche, ganzheitliche Sanierungen an 124 Bahnhöfen vorgenommen. Insgesamt wurde an 950 Bahnhöfen und Stationen gebaut. 

Die besten Durchschnittsnoten bei den Bahnhöfen erzielen die Länder Schleswig-Holstein (2,47), Bremen (2,66) und Hamburg (2,69).

Im Anlagenportfolio der Bahnhöfe schneiden Treppen, Rampen und Wetterschutzhäuser am besten ab (2,53). 70 Prozent dieser baulichen Anlagen sind „neuwertig“ oder in einem guten Zustand. Fahrtreppen erreichen im Durchschnitt die Note 3,84, Personenaufzüge 3,56. Von 2.700 bewerteten Aufzügen ist etwa ein Drittel in einem „neuwertigen“ oder „guten“ Zustand.

Leicht verbessert - jedoch weiterhin mit hohem Handlungsdruck - schneiden auch die Anlagen der Informations- und Telekommunikationstechnik mit einer Zustandsnote von 3,74 (3,97 in 2024) ab. Über 17 Prozent der Anlagen (Fahrgastinformations- und Beschallungsanlagen, dynamische Schriftanzeiger, Uhren, Video- und Kamerasysteme) befinden sich in einem mangelhaften oder ungenügenden Zustand. Hintergrund sind die häufig bereits überschrittenen technischen Nutzungsdauern.

Infrastruktur-Zustandsbericht Deutschlandkarte
Infrastruktur-Zustandsbericht Deutschlandkarte
Quelle: DB AG